| 16.01.2008 | "Rolling Stones" eröffnen die Berlinale |
| 18.01.2008 | Rolling Stones haben genug von EMI Britische Rockband veröffentlicht nächstes Album bei Rivalen Universal London |
| 08.02.2008 | Die Stones rocken den roten Teppich |
| 07.02.2008 | Marty im Puppenhaus |
| 13.02.2008 | Rolling Stones veröffentlichen das Album "Shine A Light" am 4. April 2008 |
| 21.02.2008 | Rolling Stones - Shine A Light CD |
| 03.03.2008 | Mick Jagger vor 40 Jahren beinahe Opfer der Hells Angels |
| 12.03.2008 | Mick Jagger: "Drogen machen nicht kreativ" |
| 28.03.2008 | Rolling Stones: Erste Reihe fußfrei |
| 07.05.2008 | Blackpool sagt ja zu den Stones |
| 25.07.2008 | Mick Jagger wird 65 |
| 28.07.2008 | Die Stones bei Universal |
updated: 30.07.2008
"Rolling Stones" eröffnen die Berlinale
16.01.2008
BERLIN (urlbase.de) - Die "Rolling Stones" geben sich in diesem Jahr bei der Berlinale die Ehre. Die Alt-Rocker werden am 07. Februar die 58. Internationalen Filmfestspiele in Berlin eröffnen. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, sind Keith Richards, Mick Jagger, Ron Wood und Charlie Watts gleichzeitig Ehrengäste beim Eröffnungsfilm "Shine A Light", bei dem es sich um eine Dokumentation über die Musik-Legenden handelt. Regisseur Martin Scorsese wird sein Werk persönlich an der Spree vorstellen. Ein Insider sagte dazu: "Er freut sich schon auf Deutschland, hat die 'Stones' selbst gefragt, ob sie ihn an die Spree begleiten. Sie haben zugesagt."
Die Berlinale findet in diesem Jahr vom 07.-17. Februar statt. Neben den "Rolling Stones" wird auch Madonna bei dem Filmfestival erwartet. Die Queen of Pop will dort ihr Regiedebüt "Filth and Wisdom" vorstellen. (wir berichteten kürzlich)© urlbase.de
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Rolling Stones haben genug von EMI Britische Rockband veröffentlicht nächstes Album bei Rivalen Universal London
18.01.2008Die Rolling Stones werden ihr nächstes Album nicht beim britischen Musikkonzern EMI, sondern bei dessen Rivalen Universal Music Group herausbringen.
Die britischen Rock-Veteranen teilten mit, sie hätten bei Universal einen Exklusiv-Vertrag für den Soundtrack des Martin-Scorsese-Dokumentarfilms über die Gruppe, "Shine a Light", unterzeichnet. Das Album soll bereits im März in den Handel kommen. "
Die Band freut sich, mit Universal Music zusammenarbeiten zu dürfen, und ist begeistert über das neue Projekt", sagte ein Sprecher der britischen Rockdinosaurier. Lucian Grainge, Chef der Universal Music Group International, erklärte: "Wir sind sehr stolz, mit den Rolling Stones zu arbeiten." Der Film zeigt einen umjubelten Auftritt der Stones im New Yorker Beacon Theatre im Herbst 2006 und soll im April in den USA herauskommen. "Shine a Light" wird am 7. Februar auch die Internationalen Filmfestspiele von Berlin eröffnen. Die Musiker haben ihr Erscheinen in die Hauptstadt zugesagt.
Das Exklusiv-Abkommen nährt Spekulationen, dass die Stones den in jüngster Zeit wirtschaftlich schwer gebeutelten EMI-Konzern verlassen könnten, zumal der Vertrag zwischen EMI und der Gruppe Branchenkreisen zufolge bald ausläuft. Das Label arbeitet seit 16 Jahren mit den Stones zusammen. Die Rolling Stones seien dabei, ihre Möglichkeiten zu prüfen, hieß es in den Kreisen.
Die Londoner Zeitung "The Times" berichtet, Stones-Frontmann Mick Jagger und der neue EMI-Eigentümer, der Finanzinvestor Terra Firma, hätten sich bei einem Treffen nicht auf einen neuen Vertrag einigen können. Die Rolling Stones haben bei EMI demnach einen 14-Millionen-Pfund-Vertrag über fünf Jahre, der im Mai ausläuft. Falls EMI kein zufriedenstellendes Angebot mache, sei es wahrscheinlich, dass die Stones komplett zu Universal wechselten. Ein EMI-Sprecher betonte hingegen, das Abkommen zwischen der Gruppe und dem zum französischen Vivendi-Konzern gehörenden Unternehmen Universal beziehe sich nur auf ein einzelnes Album.
EMI hatte in jüngster Zeit mehrfach Negativschlagzeilen produziert. Diese Woche gab der Besitzer Terra Firma, den Abbau von bis zu 2000 Arbeitsplätzen bekannt. Die Unzufriedenheit einiger EMI-Künstler mit dem neuen Management ist bereits seit längerem groß: Stars wie die Gruppe Radiohead und Paul McCartney verließen den Konzern schon im vergangenen Jahr. Terra-Firma-Gründer Guy Hands, der auch den Chefposten bei EMI übernommen hat, wird von Seiten der Musiker immer wieder vorgeworfen, nichts vom Musikgeschäft zu verstehen. Der Private-Equity-Fonds hatte EMI im Sommer für 2,4 Milliarden Pfund (3,5 Mrd. Euro) übernommen. EMI beschäftigt derzeit 5500 Mitarbeiter.
Geschäftlich wäre ein Weggang der Rolling Stones für EMI ein schwerer Tiefschlag: Die Band halte auch die Rechte an allen ihren Alben seit 1971 und wolle sie bei einem Wechsel mitnehmen, schreibt die "Times". Auch die älteren Stones-Platten verkaufen sich noch gut. Das meiste Geld verdiente die Band zuletzt aber mit ihren Live- Auftritten. Ihre jüngste Tour spielte die Rekord-Summe von mehr als 558 Mio. Dollar ein. DW
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Die Stones rocken den roten Teppich
08.02.2008Die Gästelisten dieses Filmfestivals sind noch längst nicht vollständig, die Ungewissheit, ob jeder angekündigte Star tatsächlich kommt, hält Promo-Agenturen, Veranstalter und Medien in Atem. Doch nun war endlich der lang ersehnte Moment da. Im Berlinale-Palast am Marlene-Dietrich-Platz wurden die 58. Internationalen Filmfestspiele eröffnet.
Viele große Gäste hat Berlinale-Maestro Dieter Kosslick in der Vergangenheit schon zum Auftakt begrüßen können. Doch diesmal schüttelte er fünf Herren die Hände, die – wenn sie wirklich gut aufgelegt sind – die besten ihres Fachs darstellen: Regisseur Martin Scorsese („Taxi Driver“, „The Departed“) und die vier reifen Knaben der Rolling Stones waren eigens nach Berlin gekommen, um in einer Weltpremiere den Konzertfilm „Shine A Light“ vorzustellen.
Selten verstrahlt Berlin so viel gesellschaftlichen Glanz wie an diesem Eröffnungsabend. Doch vorab sei gesagt: Die unzähligen Fans, die teilweise stundenlang vor den Eingang zum Berlinale-Palast ausgeharrt hatten, wurden etwas enttäuscht. Denn Mick Jagger & Co. nahmen sich nicht besonders viel Zeit für ihre Anhänger, bewegten sich ausschließlich auf dem roten Teppich, nahmen kein Bad in der Menge.
Auf die Frage, wie er sich in Berlin fühle, grinste Mick Jagger (ganz brav mit Seidenschal zum Anzug), sagte nur ein Wort: „Great!“ Im Berlinale-Palast verschwanden die Stones zunächst im zweiten Stock des Hauses in einer Berlinale-Partner-Lounge, ehe sie auf die Bühne geholt wurden.Alt-68er mit Rock-'n'-Roll-T-Shirts
Der frühere Grünen-Politiker Rezzo Schlauch hatte sich eigens ein T-Shirt mit der Stones-Zeile bedrucken lassen: „It’s only Rock’n’Roll, but I like it“. Bevor Bernd Eichinger dem Regisseur Tom Tykwer in die Arme fiel (beide drehten gemeinsam den Film „Das Parfum“) sagte er, dass er schon Lust verspüre, heute Abend die Stones zu treffen, „aber ob sich das in den Trubel ergibt?“ Goldie Hawn erfreute nicht nur die Fotografen, als sie beim Gang über den roten Teppich für einen Moment ihren Mantel von der Schulter gleiten ließ, um sich in einem schwarzen, schulterfreien Kleid zu präsentieren. Kulturstaatsminister Bernd Neumann über die Stars des Eröffnungsfilms: „Die Musik der Stones begleitet mich fast mein ganzes Leben lang, aber als junger Mann war ich mehr ein Beatles-Fan.“ Schauspielerin Christiane Paul: „Ich finde es schon allein bewundernswert, dass die Stones bei dem teilweise wilden Leben zusammen so alt geworden sind. Und gute Musik machen sie immer noch.“ Klaus Wowereit beim Blick auf den Fan-Ansturm vor dem Eingang des Berlinale-Palastes: „Einen Berlinale-Start wie heute, so einen Hype, hat es davor nicht gegeben.“ Nach dem Stones-Film waren die mehr als 2000 Gäste zur großen Eröffnungsparty, die in allen Etagen des Hauses gefeiert wurde, geladen. Ob die Stones kommen würden – das war lange vor Partybeginn das Gespräch des Abends. Bei der Berlinale-Eröffnung neben vielen anderen gesehen: Rock-Legende Neil Young, Kameramann Michael Ballhaus, Mario Adorf, Meret Becker, Senta Berger, Tom Tykwer, Jessica Schwarz, Heike Makatsch, Esther Schweins, Martina Gedeck, Sebastian Koch und Hannelore Elsner.Und wieder hatte Berlinale-Chef Dieter Kosslick („Ich bin ein bekennender Hetero“) als Moderatorin eine beredte und hellwache Dame auf die Bühne seines Kino-Palasts geholt: Nach Anke Engelke und Charlotte Roche war es diesmal TV-Moderatorin Katrin Bauerfeind.
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Marty im Puppenhaus
Von Andreas Platthaus
07.02.2008Dies ist die erste Komödie über die Rolling Stones. Zumindest zehn Minuten lang. Da schneidet Martin Scorsese schwarzweiße Splitter aus den Vorbesprechungen zu seinem Konzertfilm „Shine a Light“ ineinander, als wollte er sich an Slapstick versuchen. Er lässt sich selbst mit Mick Jagger über Ozeane hinweg in einen imaginären Dialog treten über den Bühnenaufbau („Ein Puppenhaus!“), die Zahl der Kameras („Wie wird das Publikum darauf reagieren?“) und vor allem die Programmfolge der beiden Abende, die Scorsese im New Yorker Beacon Theater gefilmt hat (siehe auch: Martin Scorsese über seinen Rolling-Stones-Film).
Aber die Setlist erhält der Regisseur tatsächlich erst kurz vor dem ersten Ton zugesteckt, und wie zum Hohn konnte man zuvor Mick Jagger durch einen dicken Papierstapel blättern sehen, auf dem schon die darin als „mittelbekannt“ bezeichneten Lieder der Stones ganze Seiten füllen. Immer wieder von neuem scheint Scorsese im Vorfeld auf eine ergeben-lapidare Art zu verzweifeln, die wir sonst nur von Woody Allen zu kennen glaubten.
Eingeschworen auf die Marotten der Band
Wie hier der Dokumentarist im eigenen Film auftaucht, geht jedenfalls über teilnehmende Beobachtung weit hinaus: Es ist auch eine augenzwinkernde Spiegelung der nach allen Bekundungen der Beteiligten nicht eben unheiklen Vorgeschichte dieses jüngsten in der unübersehbaren Reihe von Rolling-Stones-Filmen. Welchem die besondere Achtung des cinemanischen Scorsese gilt, das lernt man im Abspann, wenn als erster in einer gewaltigen Liste von Kameramännern der legendäre Albert Maysles auftaucht, einer der beiden Maysles-Brüder, die 1969 „Gimme Shelter“ gedreht haben, den Film über das berüchtigte Altamont-Konzert.
Zum Thema
Wie die Maysles damals, so stehen Scorseses Kameraleute heute wieder mitten auf und im Publikum vor der Bühne. Doch wo es beim Detailreichtum von „Gimme Shelter“ um die Höllenfahrt einer Rockband ging, da entfesselt „Shine a Light“ ein himmlisches Vergnügen, weil Scorsese sein Team auf die Marotten der Band eingeschworen hat. Mit der Sichtung anderer Stones-Dokumentationen (siehe auch: Scorseses Rolling-Stones-Doku hat große Konkurrenz) muss er Monate verbracht haben. Und etliche Äußerungen, die ihn dabei beeindruckten, sind in „Shine a Light“ eingearbeitet worden.
Man spürt es in jeder Sekunde: Das ist ihr Leben
Und dennoch sieht man etwas, was es vorher nicht zu sehen gab: das dramaturgisch ausgefeilte Wechselspiel zwischen Jagger und den grandiosen Backgroundsängern Lisa Fisher und Bernard Fowler, das Scorsese in atemberaubenden Cross-Cuts inszeniert, die Anlehnungsbedürftigkeit von Keith Richards, den hinter seinem Schlagzeug ausgepumpten Charlie Watts und die Nonchalance von Ron Wood. Aber das alles ist mit einer solchen Ironie in Szene gesetzt, dass „Shine a Light“ selbst mitten im Konzert immer wieder zum Gelächter einlädt über diese vier Mittsechziger, denen ein weiterer Mittsechziger dabei zusieht, wie sie sich den Spaß ihres Lebens machen. Denn das hier, und das spürt man in jeder Sekunde, das ist ihr Leben.
Und darum spielen sie, und zwar alle fünf Mittsechziger. Wenn die Stones „Just My Imagination“ von den Temptations nachspielen, dann ist das nicht nur Hommage, sondern Vergötzung, denn das grandios interpretierte Lied stiehlt diesmal sogar „Sympathy for the Devil“ die Schau. Und wenn Scorsese nach der letzten Szene von „Shine a Light“ noch ein Foto des im Dezember 2006 gestorbenen Ahmet Ertegun zeigt und diesem den Film widmet, dann ist das gar eine Unterwerfung des Großen vor einem noch Größeren. Denn sonst hätte der Film mit Scorsese selbst geendet: einem Scorsese, der wie ein Jack-in-the-box hinter jeder Tür zu lauern scheint, die die Stones am Schluss von der Bühne auf die Straße führt.
Mehr, als man erwartete, aber weniger, als man erhofft hatte
Das Konzert selbst macht keinen Hehl aus der Künstlichkeit der Situation. Immer wieder lässt Scorsese die gewaltigen Kameras durch seine Einstellungen fahren, und es gibt auch kein Bemühen um einen so perfekten Tonschnitt, dass man die Brüche zwischen beiden Abenden nicht bemerkte. Beim Schlussapplaus fehlt denn auch in der Riege der Mitwirkenden auf der Bühne der Gitarrist Buddy Guy. Das ist einfach zu erklären, denn er trat am einen Abend auf, die beiden anderen Gaststars, Christian Aguilera und Jack White III, dagegen am anderen. Mit Buddy Guy hatten die Stones „Champagne and Reefer“ gespielt, einen Bluesklassiker von Muddy Waters, den Mick Jagger in den ersten zehn Minuten von „Shine a Light“ über Chopin-Musik im Hotelzimmer eingeübt hatte. Er hätte es bleiben lassen sollen, denn sobald Buddy Guy neben ihm nur den Mund öffnet, ist Jagger weggeblasen. Was für eine mutige Szene!
Was wird sonst noch bleiben von diesem Film? Mehr, als man erwartete, aber weniger, als man erhofft hatte. Scorsese hat weder den eigenen Konzertfilm „Last Waltz“ erreicht noch „Gimme Shelter“. Aber er hat uns ein mitreißendes Stück Musikkino beschert und der Berlinale einen Auftakt nach Maß (siehe auch: Bildergalerie: Berlinale-Eröffnung).
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Rolling Stones veröffentlichen das Album "Shine A Light" am 4. April 2008
13.02.2008Die Urgesteine des RocknRoll und erfolgreichste Band der Welt, die Rolling Stones, eröffneten am Donnerstag die Berlinale mit der Doku "Shine A Light" von Star-Regisseur Martin Scorsese. Bereits Donnerstag nachmittag findet dazu eine Pressekonferenz statt, auf der die Protagonisten nebst Regisseur den Medien Rede und Antwort stehen. Am 4. April gibt es passend zum Filmstart die CD "Shine A Light", die eine Auswahl von Stones Klassikern und absolut raren Songs enthält, die bisher extrem selten von der Band live gespielt worden sind. "Shine A Light" wird als aufwendige Doppel-CD in voraussichtlich mehreren außerordentlich luxuriösen Varianten erscheinen und den Status um die Mannen von Mick Jagger und Keith Richards einmal mehr unterstreichen: die größte Rockband des Planeten. "Shine A Light" ist das perfekte Item für Fans der Rolling Stones und Liebhaber brillant gemachter Rockmusik. (ots)
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Rolling Stones - Shine A Light CD
21.02.2008
Am 04.04. bringen die Rolling Stones mit “Shine A Light” eine Doppel-CD der Spitzenklasse heraus.
Infos zum Rolling Stones-Konzertfilm “Shine a Light”: Im Herbst 2006 geben die Rolling Stones zwei Konzerte im New Yorker Beacon Theatre. In der fast intimen Atmosphäre des alten Theaters wird noch einmal klar, warum Mick Jagger, Keith Richards, Ron Wood und Charlie Watts als Legenden gelten. Vor einem begeisterten Publikum, zu dem auch Hilary und Bill Clinton gehören, performen die Stones ihre Welthits ebenso wie weniger bekannte Songs. Gastauftritte von Christina Aguilera, der Blues-Legende Buddy Guy und Jack White („White Stripes“) machen den Abend unvergesslich.
Neben den Stones selbst geben sich auch Stars wie Bill Clinton, Hilary Clinton, Christina Aguilera, Jack White und Buddy Guy die Ehre. Und Martin Scorsese als Regisseur dürfte wohl der größte Garant für wahrlich großes Kino sein.
Das Tracklisting zeigt, was den geneigten Fan erwartet:
Tracklisting:
Disc 1:
01. Brown Sugar
02. Champagne & Reefer - with Buddy Guy
03. Connection
04. All Down The Line
05. Faraway Eyes
06. Just My Imagination
07. Jumping Jack Flash
08. Live With Me - with Christina Aguilera
09. Loving Cup - with Jack White
10. (I Can’t Get No) Satisfaction
11. Shattered
12. She Was Hot
13. Shine A Light
14. you Got The Silver
Disc 2:
15. Some Girls
16. Start Me Up
17. Sympathy For The Devil
18. As Tears Go By
19. Tumbling Dice
20. I’m Free
21. Little T&A
22. Paint it Black
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Mick Jagger vor 40 Jahren beinahe Opfer der Hells Angels
03.03.2008
London (dpa) - Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger (64) ist Medienberichten zufolge vor fast 40 Jahren nur knapp einem Anschlag der Rockergang Hells Angels entgangen.
Die Bande habe den Sänger Ende der 60er Jahre auf seinem Anwesen am Meer bei New York aus Rache töten wollen, hieß es in einer BBC-Sendung, die am Montagnachmittag ausgestrahlt werden sollte. In der Dokumentation berief sich der Rundfunksender auf die US-Bundespolizei FBI. Die stürmische See hätte damals jedoch die Pläne der Gang durchkreuzt.
Mitglieder der Hells Angels hätten sich Jagger vom Meer aus nähern wollen, um die Sicherheitskontrollen vor seinem Haus in der Luxusgegend Hamptons auf Long Island zu umgehen. Das Unwetter habe das Boot jedoch in Turbulenzen gebracht, alle Männer seien über Bord gegangen, hieß es in der Sendung, auf die sich zudem auf mehrere Zeitungsberichte berief.
Grund für Anschlag war demnach, dass die Rolling Stones den Ordner-Dienst der Hells Angels aufgekündigt hatten. Jagger habe nicht mehr mit der Gang zusammenarbeiten wollen, nachdem ein Mitglied der Bande bei einem Konzert einen Zuhörer getötet hatte. Der 18 Jahre alte Meredith Hunter wurde 1969 bei einem Rolling-Stones-Konzerts in Altamont direkt vor der Bühne erstochen. Das Mitglied der Hells Angels war damals zunächst wegen Mordes angeklagt. Später wurde er aber wegen angeblicher Notwehr freigesprochen.
© Welt
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Mick Jagger: "Drogen machen nicht kreativ"
12.03.2008
Mick Jagger erinnert sich an seine Jugend. Das Schlimmste an Drogen sind für den Rock-Rentner "die juristischen Scherereien".
Der britische Rockmusiker Mick Jagger erinnert sich nach eigenem Bekunden nur ungern an seine früheren Drogenexzesse. Dass die Suchtmittel die Kreativität förderten, halte er für übertrieben, sagte Jagger der deutschen Ausgabe des Magazins "Playboy".
"In ihrer kreativen Wirkung sind sie auf jeden Fall überschätzt", sagte der 64-jährige Sänger der Rolling Stones. "Aber das Schlimmste sind die juristischen Scherereien." Als die Stones 1967 Ärger mit der Polizei gehabt hätten, habe das sehr viel Zeit in Anspruch genommen. "Wir kamen gar nicht mehr zum Musikmachen."
Geändert habe sich in den vergangenen 40 Jahren nichts, meinte Jagger. Als der britischen Sängerin Amy Winehouse die Einreise in die USA zu den Grammys verweigert wurde, habe er sich an die eigene Vergangenheit erinnert gefühlt. Winehouse hatte wegen ihrer angeblichen Drogenexzesse kein Visum bekommen.
Seine drahtige Figur führte Jagger in dem Interview auf seine Kindheit zurück. "Das kommt wohl von meiner Ernährung als Kind. Da gab es kein Fast Food, nichts Zuckerhaltiges", sagte der 64-Jährige. "Mein erstes Steak sah ich als Teenager." Im April kommt eine Stones-Dokumentation von Martin Scorsese unter dem Titel "Shine a Light" in die Kinos. (APA)© Die Presse.com
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Rolling Stones: Erste Reihe fußfrei
28.03.2008 VON MARKUS KEUSCHNIGG
Martin Scorsese hat einen Konzertfilm mit den Rolling Stones gedreht. Was für ein Problem Mick Jagger damit hatte, wieso sich Charlie Watts nur rasiert anschauen kann und Keith Richards das alles eher locker sieht, erzählen sie im Interview.
Einer Konzert- Dokumentation der Rolling Stones ist nicht jeder Regisseur würdig: Martin Scorsese freilich ist es. 2006 gaben die Altspatzen zwei exklusive Konzerte im New Yorker Beacon Theatre, Scorsese war dabei. Das Ergebnis ist der Film „Shine a Light“, in den der Regisseur auch Archivmaterial montiert hat. Darüber können die vier Herren natürlich jede Menge erzählen ...
Wie fühlt es sich an, mit einem Regisseur wie Martin Scorsese zu arbeiten?
Keith Richards: Was ich dabei gefühlt habe? Das versuche ich immer noch herauszufinden. Als ich gehört habe, dass wieder ein Konzertfilm gedreht werden soll, habe ich zuerst gesagt: Vergesst es! Es gibt doch schon so viele. Als dann aber der Name Scorsese gefallen ist, hat sich alles geändert, denn dieser Kerl dreht unglaubliche Filme.
War jemals geplant, dass der Film auch Aufnahmen von hinter der Bühne beinhaltet?
Ron Wood: Das haben wir gemacht, aber es ist nicht verwendet worden.
Mick Jagger: Es war mühsam, denn es gab kaum Raum hinter der Bühne. Es war unglaublich winzig und vollgeräumt mit Kamerazeug und Kabeln.
Wood: Wirklich, der größte Raum dort hinten hatte die Größe eines Esstisches.
Richards: Martin hat anfangs immer gesagt, dass er nur die Show haben will. Während der Entwicklung des Projekts meinte er allerdings, dass er auch andere Aufnahmen brauchen würde. Er hat sich dann aber dafür entschieden, in den Archiven zu wühlen. Außerdem: Ihr wollt wirklich nicht sehen, wie Charlie und ich versuchen, uns für die Show aufzumöbeln. Das ist sehr langweilig.
Jagger: Ich hatte das Gefühl, und ich glaube, Marty auch, dass es schon ein Klischee ist, einem Künstler hinter die Bühne zu folgen und ihn bei der Vorbereitung zu zeigen.
Mr. Jagger, Sie wirken anfänglich ein wenig irritiert aufgrund der vielen Kameras.
Jagger: Im Film wird das ein wenig überzeichnet dargestellt. Regisseure sind es gewohnt, absolut alles unter Kontrolle zu haben. Ich kenne Martin jetzt schon seit vielen Jahren, aber jeder Regisseur muss akzeptieren, dass es gewisse Grenzen gibt. Bei diesem Gig waren wir auf beengtem Raum, es gab kaum Platz hinter der Bühne, man konnte nirgendwo irgendwas abstellen. Marty hatte ein gewaltiges Kamerakonzept, was verständlich ist, aber nach einer gewissen Zeit hatten wir zu viele Kräne. Das kann auch sehr gefährlich werden, weil man sich leicht daran stoßen kann. Marty wollte zwei gewaltige Kräne im Hintergrund haben: Darüber haben wir lange diskutiert, die haben nämlich fast zwei Drittel der Bühne verstellt.
Wood: Die Menge an Kameraleuten, die Marty engagiert hat, war einfach unglaublich!
Jagger: Nicht einmal das Publikum hatte noch genug Platz. Darüber gab es eben eine winzige, sehr ruhig verlaufende Diskussion.
Mr. Watts, Sie haben gesagt, dass Sie es hassen, sich selbst zu sehen. Wieso denn das?
Charlie Watts: Das mochte ich noch nie.
Richards: Außer, wenn er frisch rasiert ist. Charlie hat schon vor Jahren aufgegeben, wie Cary Grant aussehen zu wollen.
Wie ist es Ihnen denn dann bei den Dreharbeiten ergangen?
Richards: Man muss sich darüber im Klaren sein, dass wir diese Show seit Jahren abziehen. Auch bei gewöhnlichen Auftritten haben wir Videokameras installiert. Wir sind es gewohnt, unsere Gesichter immer auf irgendwelchen Schirmen zu sehen. Was mich verblüfft hat, war, dass ich keinen einzigen von Martys Kameramännern jemals gesehen habe. Und er hatte über ein Dutzend! Was er da orchestriert, das ist eine Band, die mindestens genau so gut ist wie unsere eigene. Alles war wunderbar geschmeidig.
Mr. Richards, mögen Sie es denn, sich selbst auf der Leinwand zu sehen?
Richards: Mittlerweile schon. Als ich noch jünger war, hat es mir aber mehr Spaß gemacht.
Wenn Sie sich die alten Archivbilder ansehen, was fühlen Sie dabei?
Richards: So eine Zeitreise ist schon merkwürdig: Wenn man Mick mit seinem süßen kleinen Grinser sieht. Das ist unsere Geschichte und – was ja so komisch ist – sie ist beinahe vollständig aufgezeichnet worden. Unser ganzes Leben ist entweder auf einer Filmrolle oder einer Videokassette. Man gewöhnt sich daran.
Die Stones gehören zu den meistgefilmten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Was unterscheidet diesen Film von all den anderen?
Jagger: Man muss das Wort Dokumentation mal definieren, es gibt sehr viele Missverständnisse darüber. Wenn ich an eine Dokumentation denke, dann meine ich einen Film, in dem eine Kamera jemandem folgt und so weiter. Das ist aber ein Konzertfilm und eigentlich haben wir seit 1981 keinen mehr gemacht. Das ist erst unser zweiter Konzertfilm. Wir haben viele Konzerte auf DVD veröffentlicht, die sind aber weder ausdrücklich gemacht noch auf Film gedreht worden.
Der Film ist ja sehr energiegeladen.
Jagger: Ich bin sogar vom Zusehen müde geworden.
Wood: Ich konnte gar nicht glauben, dass sich Charlie den ganzen Film angesehen hat.
Martin Scorsese sieht ein wenig wie Ihr Vater aus, Mr. Jagger.
Jagger: Ich wünschte, mein Vater wäre noch am Leben.
Scorsese ist aber ungefähr gleich alt wie Sie, richtig?
Jagger: Ja, das kommt hin.
Haben Sie Angst vor dem Tag, an dem Sie nicht mehr in der Lage sein werden, so wie jetzt auf der Bühne herumzuhüpfen?
Jagger: Ich weiß, dass das irgendwann passieren wird. Aber im Moment ist es noch nicht so. Schau nicht durch den Sonnenschein im Heute auf die Wolken im Morgen.
Mr. Jagger, in einem Archivausschnitt aus dem Anfang Ihrer Karriere sagen Sie, dass Sie nicht erwarten, länger als ein Jahr zusammenzubleiben.
Jagger: Das stimmt nicht. Ich habe gesagt, dass ich nicht erwarte, in einem Jahr noch arbeiten zu können. Man hat einfach nicht erwartet, dass man weiterhin Arbeit hat.
Wieso ist die Arbeit immer mehr geworden?
Jagger: Weil wir erfolgreich waren.
Sind die Stones also nur des Erfolgs wegen zusammengeblieben?
Jagger: Nein, aber ich glaube, dass wir nicht zusammengeblieben wären, hätten wir keinen Erfolg gehabt. Wieso sollte man dann auch weitermachen?
Wood: An die Musik glauben und es lieben, zu spielen …
Jagger: Man braucht zwei Sachen: die Liebe, es zu tun und die Liebe von anderen, wenn du es tust. Die Straße führt in zwei Richtungen.
Wood: Und dann haben wir einfach nicht mehr aufgehört.
Wie sehen Sie die Rolling Stones denn jetzt, nach so vielen Jahren? Hat sich etwas geändert?
Richards: Beschafft uns einen Gig und wir spielen. Ganz klar. Wenn ich ein Installateur wäre, dann würde ich vorbeikommen und dein Klo reparieren.
Wie ist es, wenn Sie wieder gemeinsam auf Tour gehen?
Jagger: Ich muss mir immer überlegen, wann der beste Zeitpunkt dafür ist. Da gibt es künstlerische und kommerzielle Sachen zu berücksichtigen. Wenn etwa gerade hunderte von Bands unterwegs sind, ist es nicht ratsam, selbst auf Tour zu gehen. Ich würde jetzt gern unterwegs sein, aber der Markt ist komplett gesättigt. Es wäre also eine schlechte Idee. Das ist wie im Filmgeschäft, man muss den perfekten Zeitpunkt abwarten.
Wood: Wenn wir dann ein Fenster gefunden haben, dann baut man sein ganzes Leben um und sagt alles andere ab. Es ist eine Verpflichtung.
Hat sich die Dynamik innerhalb der Band verändert?
Richards: Oh, es ist schlimmer und aggressiver geworden. Aber im Ernst: Man wird erwachsen, ob man will oder nicht. Charlie hier ist immer noch derselbe Typ, und ich kenne ihn jetzt seit über vierzig Jahren. Wir haben immer versucht uns treu zu bleiben. Es ist einfach unser Job. Wir tun, was wir tun, wir lieben es, und Gott sei Dank lieben es viele andere Leute genauso. Aber Charlie ist Charlie geblieben, er war nie anders. Naja, jetzt trägt er einen schicken neuen Anzug.© (Die Presse - Schaufenster)
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Blackpool sagt ja zu den Stones
07.05.2008 (ms) -
Bann nach 44 Jahren formell aufgehoben
Blackpool, 07.05. - Die englische Stadt Blackpool hat einen seit 44 Jahren währenden Bann auf die Rolling Stones aufgehoben: Die Rockband dürfe wieder in der Stadt auftreten, erklärte die örtliche Stadtverwaltung.
Auslöser des Banns war eine Show der Band im Jahr 1964 im Empress Ballroom: Nach einer Provokation von Brian Jones war das Publikum ausgerastet, hatte Sitze aus den Verankerungen gerissen und einen Konzertflügel zerlegt. "Wir schreiben einen Brief an die Band und erklären ihnen, dass der Bann aufgehoben ist und die Band wieder bei uns spielen darf", erklärte der Stadtobere Peter Callow gegenüber der Fachzeitschrift "Pollstar". Ob die Band das Angebot annehmen wird, ist derzeit noch nicht bekannt.© eventmagazin.info
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Mick Jagger wird 65
25.07.2008
Zeit der Saftlosigkeit
Ewige Jugend - wo ist das Problem? Die Klage, die nicht mehr ganz Jungen seien unfähig, erwachsen zu werden, geht fehl. Und Mick Jagger macht vor, wie man heute altert.
Von Jens-Christian Rabe
Heute feiert Mick Jagger seinen 65. Geburtstag, jenen Tag also, der in einem normalen Leben den Eintritt ins Rentenalter markiert. Weil in den letzten fünfzig Jahren aber ein gewaltiger Ruck durch Gesellschaft und Kultur der westlichen Welt ging, steht der 65. Geburtstag als Zäsur eines Lebens heute seltsam künstlich in den Biografien. Denn mal ehrlich - Mick Jagger ist das beste Beispiel dafür, dass Erwachsensein und Altern heute ganz anders funktionieren.
Sie laufen auf der Straße, sie sitzen in den Cafés, sie trinken in den Bars und tanzen in den Clubs. Bis zum Morgengrauen. Es heißt, es seien viele, möglicherweise alle zwischen 20 und 45 Jahre alt.
Sie tragen grundsätzlich Umhängetaschen. Sie schreiben, malen, designen, gestalten, sie drehen, sie reisen, sie legen Platten auf. Sie können sich nicht entscheiden. Nicht für einen Beruf und nicht für einen Partner. Und schon gar nicht für ein Leben, also für Kinder, Familie, Verantwortung.
Sie wollen erwachsen werden und können es doch nicht. Oder: Sie könnten es natürlich, aber eigentlich wollen sie es gar nicht. Sicher ist aber auch: Wenn es einem gelingt, sich herauszuziehen aus dem Sumpf, dann dauert es nicht lange, bis er sich seine alten Gefährten einmal so richtig vorknöpft in ihrer Saftlosigkeit.
Therapie für Selbsthasser
Dann entstehen Artikel, die die "ewige Postadoleszenz" geißeln oder die "neue Eigentlichkeit" - und Bücher wie das eben erschienene "Wenn ich mal groß bin - Das Lebensabschnittsbuch für die Generation Umhängetasche" des 1973 geborenen Berliner Journalisten Martin Reichert.
Es ist ein denkbar typisches Dokument eines grassierenden und seltsam maßlosen generationellen Selbsthasses - und eine Art Autotherapie. "Sie sind 34, tragen Drei-Tage-Bart am ganzen Kopf, ein verwaschenes American-Apparel-Sweat-Shirt, Acne-Jeans, eine Sonnenbrille, die größere Gläser hat, als Jaqueline Kennedy-Onassis sich jemals hätte vorstellen können - und morgens nach dem Aufstehen tut ihnen der Rücken weh? Mir geht es ähnlich."
Und dem Panorama all dieser Peinlichkeiten folgt natürlich die eisenharte Analyse: Die ganze furchtbare Tragik dieser Lebensart liegt natürlich darin, "dass uns der biologische Alterungsprozess eingeholt hat, während wir uns gerade mal auf der Schwelle zwischen Postpubertät und Jugend wähnen. Mag sein, dass sie gefühlt erst vorgestern Abitur gemacht haben, doch die Wahrheit ist, dass sie eine immer schlechtere Kopie ihrer selbst werden".
Zerpflügtes Dekolleté
Ein Moment der Klarheit trieb dem Autor seinerseits einst die "Fragwürdigkeit meines Tuns" vor Augen. In Beirut sei er bei einem Essen gefragt worden, warum er denn diesmal seine lustige Handtasche nicht dabei habe. Gemeint war natürlich die "todernst gemeinte" Umhängetasche.
Undenkbar im Libanon: Als Mann gehe man dort "aufrechten Schrittes, und als Frau kommt man nicht auf die Idee, sich das Dekolleté mit einem gepolsterten Gurt zu zerpflügen". In Deutschland dagegen mutierten junge Erwachsene zu prekären Langzeitadoleszenten, die als Symbol ihres unsteten Lebenswandels das "Stigma Umhängetasche" auf sich nähmen.
Es ist der sichtbarste Beweis dafür, dass das Land von einem "permanenten Gammelfleischskandal" heimgesucht werde. Durch verzweifelte Umetikettierung versuchten Mann und Frau, die längst oder zumindest gerade das 30. Lebensjahr überschritten hätten, die jugendliche Frische von Jungs und Mädchen vorzutäuschen.
Was hier jedoch als markig dissidente Position bedenkenlos universalisiert wird, ist tatsächlich nicht viel mehr als das Ergebnis eines weltmännisch getarnten völlig überreizten Berliner Provinzialismus. Genauer vielleicht sogar: eines Berliner Privatismus.
Berliner Jungbrunnen
Die Beklagten dominieren schließlich, wenn überhaupt, vielleicht das Bild von zwei oder drei innerstädtischen Bezirken. Befeuert wird er noch von einer etwas naiven Gegenwartsrezeption, die im Kino, in Fernsehserien und in der Popmusik nur noch Figuren am Werk sehen will, die niemals wirklich erwachsen werden. Obwohl sie doch längst, wie in diesem Jahr etwa Prince, Madonna und Michael Jackson, 50 Jahre alt sind, oder sogar 65 wie Mick Jagger.
Ganz abgesehen davon, dass sich hinter Reicherts Vorwurf der Unfähigkeit zum Erwachsensein ein vergangenes Ideal versteckt: Da steht eine Form des Erwachsenseins im Raum, die den Klischeevorstellungen der fünfziger Jahren abgeschaut erscheint.
Vom aufrechten männlichen Schritt bis zur ordnungsgemäß opportunistischen Selbstaufgabe: "Sagen Sie nun bitte laut ,Nein zu Neon’ und überlassen Sie diese Lektüre jüngeren Kohorten & Konsorten. Die Zeitschrift entfernen Sie nun bitte aus Ihrer Tasche. Lesen Sie stattdessen mal Le Monde Diplomatique oder Eltern heute. Reihen Sie sich doch einfach mal in die Zielgruppe ein, zu der Sie tatsächlich gehören."
Einfach mal einreihen. Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Das bedeutet aber eben gerade nicht, dass, wie Reichert und seine Brüder und Schwestern im Geiste launig behaupten, heute "kein Mensch mehr weiß, was Erwachsensein bedeutet".
Die Stars zumindest tun dabei etwas zutiefst Erwachsenes und denkbar Verantwortungsvolles: Sie stehen an der Spitze multimillionendollarschwerer Konzerne. Dass sie in dieser Funktion gelegentlich in engen Hosen singend auf der Bühne stehen müssen, ist weniger ein zwanghafter Ausweis ewiger Jugend, als Teil eines notwendig ausgeprägten Erwerbs- und Geltungstriebs - immerhin hängen an so einem Star so einige Existenzen.
Hinzu kommt: Wer einen Blick auf zeitgenössische Sozialstruktur-Analysen der Lebensstilforschung wirft, um genauer zu erfahren, wer "wir" sein sollen, der hat schnell ein Problem. Selbst mit einigem guten Interpretationswillen schrumpft eine vermeintliche Mehrheit dann auf vielleicht um die sieben Prozent der Bevölkerung. Genug für Trendberichte, für apodiktische Gesellschaftsporträts wohl doch etwas zu wenig.
Im Gegenteil: Spricht man mit Lebensstilforschern, erfährt man zum Beispiel, dass die - im Übrigen seit den siebziger Jahren gleichbleibend - niedrige Geburtenraten nicht etwa die Folge massenhaft egozentrischer Lebensentwürfe sind, sondern dass (neben traditionell langen Ausbildungsphasen und entsprechend kürzeren Zeugungszeitfenstern) Beruf und Familie in wirtschaftlich unsicheren Zeiten und unter der Bedingung emanzipierter Rollenmodelle als strukturell unvereinbar angesehen werden.
Doppelleben
Prinzipiell als "erwachsen" eingeschätzte Einstellungen und Verhaltensweisen sind die Regel, nicht die Ausnahme, das zeigen die, natürlich idealtypischen, aber immerhin tatsächlich mit einigermaßen repräsentativen Daten abgesicherten Milieucharakterisierungen der Sozialforschung.
Selbst notorisch verdächtige Gruppen wie die von der Wissenschaft sogenannten "Hedonisten" träumen, wenn man den Erhebungen glaubt, von einem geordneten Leben mit Familie und führen ein Doppelleben. Der Spaß steht nur in der Freizeit im Mittelpunkt, im Berufsalltag verhalten sie sich pflichtgemäß und routiniert.
Von einem verlorenen Bewusstsein für das Erwachsensein kann also nicht die Rede sein. Was sich unzweifelhaft geändert hat, ist die Ausstattung. Eine früher einmal als Privileg der Jugend er- und verachtete Vorliebe für einen entspannten Lebenswandel, Turnschuhe und Popmusik etwa ist längst in der Lebensstil-Mitte angekommen.
Es scheint also nicht so zu sein, dass wir ewig jung bleiben wollen. Was sich verändert hat, ist das Erwachsensein. Das ist ein kleiner, aber entscheidender Unterschied.
© sueddeutsche zeitung
Die Stones bei Universal
von Michael Pilz, Kulturredakteur
28.07.2008 - 18.00 Uhr
Die Rolling Stones wechseln die Plattenfirma. 17 Jahre lang durfte die EMI die Aufnahmen der Band verkaufen, nun nahm sie die Kündigung entgegen und die Nachricht, dass Mick Jagger und die Stones bei Universal unterschrieben haben. Langfristig, heißt es bei Universal. Weitere Details sind nicht bekannt. Die „Times“ will die Vertragssumme von 7,5 Millionen Pfund (etwa 9,46 Millionen Euro) erfahren haben. Das wäre fünf Mal so viel wie das Archiv der Stones im Jahr erwirtschaftet. Oder ein Vierzigstel der Einnahmen der letzten Welttournee. Die Industrie hat schon bedeutend höhere Vorschüsse gezahlt, auch an die Rolling Stones.
Muss man sich um Mick Jagger doch allmählich Sorgen machen? Als er bei den Simpsons auftauchte („It's Only Rock'n'Roll“, Folge 300) tippte Jagger unablässig Zahlen in den Rechenautomaten, anschließend versprach er Homer Simpson einen Auftritt mit der Band. Man kann ihm einiges nachsagen, verrechnet hat sich Jagger selten. Viel wird mit CDs nicht mehr verdient. Die Plattenfirmen wissen das inzwischen auch und gründen sich von Grund auf neu. Die EMI wurde im vorigen Jahr von Investoren aufgekauft. Guy Hands, deren Vertreter, hat die Musiker als Faulpelze beschimpft und ist zurzeit mit Sparmaßnahmen befasst, da haben sich die Stones gewissermaßen selber outgesourced. Die EMI hatte für Robbie Williams und Maria Carey Unsummen durch Vorschüsse vernichtet, Radiohead und Paul McCartney sind gegangen, die Gorillaz drohen, Coldplay halten sich bedeckt. Wie rechnen sich Investitionen in der Image-Industrie?
Madonna hat sich dem Konzertveranstalter Live Nation überschrieben, der wird sie rundum vermarkten. Auch die Stones haben sich bei Live Nation ins Gespräch gebracht. Bei Universal lagen schon die Rechte für die frühen Alben; nun schmückt sich die Firma auch mit „Sticky Fingers“ und „Exile On Main Street“. Das ist einiges wert. Die Rolling Stones haben den lästigen Vertrieb der alten Aufnahmen geordnet. Um das einträgliche Kerngeschäft, den Wanderzirkus, wird sich allerdings Mick Jagger kümmern. Homer Simpson hat es aller Welt gezeigt: Hier bilanziert der Chef noch selbst.
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